Radio machen!
Freies Radio oder Onlineradio - in beiden Formen des Radio gibt es die Möglichkeit, Radio selbst zu machen!
Von den Radiowellen zum Webradio:
Webradio, Onlineradio, Webcaster - diese Begriffe für das Internetradio stammen wie fast alles, das mit dem Computer zu tun hat, aus dem Englischen.
Das Internetradio ist nicht einfach Radio im Netz. Es gibt viele neue Ideen. Diese Ideen haben damit zu tun, dass im Internet andere Dinge möglich sind. Das herkömmliche, so genannte "terrestrische" Radio haben wir schon kennen gelernt. Hier funktioniert die Übertragung über elektromagnetische Funkwellen. Die Radioapparate und Musikanlagen sind so gebaut, dass wir zwar Radio empfangen, aber keines senden können. Das hat sich in langen Jahren so durchgesetzt.
Das alte Radio ist also einseitig. Es gibt einen Sender - die staatliche Rundfunkanstalt, das Privatradio oder das freie Radio - und die EmpfängerInnen. Eine Möglichkeit zur Interaktivität beim herkömmlichen Radio ist das "Phone-In".
Es bedeutet, dass Hörer und Hörerinnen direkt in einer Radiosendung anrufen (=phone) und ihre Stimme "on air" geht, also gesendet wird. Kein Wunder, dass diese Idee aus der ersten Zeit der freien Radios stammt.
Freie Radios gibt es seit den 1970-er Jahren. Die ersten gab es in Italien. Heute gibt es tausende - vor allem in den USA aber auch in den afrikanischen und asiatischen Ländern. Die Idee des freien Radios ist, selbst Radio zu machen. Und das, was man denkt, anderen mitzuteilen!
So kommen wir zum Internetradio. Radio im Internet ist nach vielen Seiten hin offen. Erst einmal ist es kein "blindes" Medium - Texte und Bilder können das Radioprogramm oder die Musik begleiten. Weiters ist das Internet ein sehr interaktives Medium. Also nicht nur passiv hören (wie beim Radio) oder hören und sehen (wie beim Fernsehen) sondern auch etwas zu gestalten, machen, schreiben, sagen...
Daran sind nichts zuletzt die
User und Userinnen selbst "schuld". Sie haben das Medium Internet mitgestaltet. Die Internet Generation der 90-er Jahre, und natürlich eure erst recht, hat nämlich ziemlich viel Ahnung vom Computer. Außerdem werden Programme auch von Herstellerseite laufend vereinfacht. Das notwendige Wissen - wie stelle ich eine Homepage ins Netz? Wie mache ich mein eigenes Radio? - eignen sich die Menschen schnell an. Wenn es zu kompliziert wird, schreiben besonders Fleißige kurzerhand selbst ein Programm. Dass sie den anderen gratis zur Verfügung stellen. Dieser Bereich heißt "Open Source". Oder sie geben einander Tipps in Foren. Die
Community, die Web-Gemeinschaft! Das ist ein Gedanke, der im Internet sehr wichtig ist!
Heute wird das Webradio oft noch sehr traditionell genutzt. Zum Beispiel als Musiksender, der die Hitparaden rauf und runter spielt. Dennoch sind die Möglichkeiten größer als beim alten Radio - die HörerInnen können gleich ihre Meinung zu einem Lied abgeben! Die HörerInnen können miteinander diskutieren! Ein Foto ins Netz stellen! Ihre Lieblingslieder zusammenstellen! Es gibt aber auch neue Ideen: Zum Beispiel lernen über das Internetradio. Oder Radio für ganz spezielles Publikum machen. Als kleines Webradio muss ich mich nämlich nicht um Einschaltquoten kümmern! Ich kann also auch Radio für MeerschweinchenliebhaberInnen machen! Oder PatientInnenradio für Kinder im Spital! Oder Internetradio speziell für Blinde!
Diese Seite drucken