Radio
Radio ist das umgangssprachliche Wort für "Hörfunk". Es ist ein
Massenmedium. Der Hörfunk hat eine sehr interessante Geschichte, über welche du hier einiges erfahren wirst!
Seit der Erfindung des Fernsehers, ursprünglich eines Radios mit Bildschirm, ist das Radio schon oft totgesagt worden.
Trotzdem: Die neuen Spielarten des Internetradios einerseits und die digitale Übertragungstechnik DAB (Digital Audio Broadcasting) andererseits garantieren den Weiterbestand dieses
Mediums. Außerdem ist das Radio in den letzten Jahrzehnten als Möglichkeit zur Gestaltung und Beteiligung an der Gesellschaft (wieder) entdeckt worden. Nicht nur von JournalistInnen sondern von interessierten Menschen. Aber halt, immer der Reihe nach...
Heinrich Hertz entdeckte die elektromagnetischen Wellen bereits im Jahr 1886. Über elektromagnetische Wellen können Nachrichten oder Musik drahtlos verschickt werden.
Mit dem Radiogerät werden diese empfangen und in Schall zurückgewandelt. Seit den 20-er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden auf diesem Wege Radioprogramme gesendet und empfangen. Die technische Entwicklung des Radios war dabei eng mit der des Telefons und des Funks verknüpft. Nur entwickelten sich beide Medien in eine ganz andere Richtung:
Das Telefon wurde zum Kommunikationsmedium. Es funktioniert immer in Echtzeit. Also in dem Moment, in dem ich spreche, hört mich der andere und hat die Möglichkeit, zu antworten. Das Telefon ist außerdem interaktiv - eben, weil beide sprechen und der Ball hin und her geht.
"Hallo, wie geht's? Ja super, danke, und dir? Ja, sehr gut. Was machst du denn gerade? Ich - ja ich höre gerade eine total interessante Sendung im Radio. Es geht um Säbelzahntiger..."
Das Radio hat sich anders entwickelt. Das neue Medium wurde nicht sofort mit großem Hurra aufgenommen. Die herrschenden Machthaber hatten Angst davor. In Deutschland wurden deshalb nach dem Ende des ersten Weltkriegs eine Reihe von Gesetzen erlassen, die teilweise wieder aufgehoben worden sind. Ein wichtiges davon war: Radiohörende dürfen nur empfangen, aber nicht selbst senden! Und so müssen die Radiogeräte auch gebaut sein.
Der Theatermacher Berthold Brecht erkannte die verpassten Chancen der
demokratischen Beteiligung von Bürgern und Bürgerinnen. Er verlangte "Hörer sollen Mitspieler werden!" Hörer und Hörerinnen sollten selbst eingreifen können. Und das, was sie zu sagen haben, senden können. Brecht wünschte sich das Radio als Kommunikationsmedium, so wie das Telefon. Leider passierte etwas ganz anderes - das neue Medium wurde zum politischen Instrument für die Nationalsozialisten ...
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