Fotografie
Fotografie ist ein visuelles Medium.
Es begleitet uns durch viele Bereiche des Alltags. Wir werden an Kindergeburtstagen, Weihnachten oder auf Hochzeiten fotografiert. Wir gehen an Plakatwänden vorbei, auf welchen riesige Werbefotografien zu sehen sind.
Unsere Mutter zeigt uns ein Porträtfoto von sich selbst, als sie 18 Jahre alt war. Darauf sitzt sie auf einem Stuhl und lächelt. Das Foto ist in Farbe aufgenommen und wurde von einem Fotografen oder einer Fotografin gemacht. Philipp hat ein neues Handy, mit dem er Fotos macht. Ein besonders gelungenes Foto schickt er als
MMS an seine Freundin Maja. Zu Hause überträgt sie es auf den Computer druckt es auf Fotopapier aus.
Die Geschichte der Fotografie ist älter, als wir denken. Die Technik der Fotoaufnahme rührt von einer Beobachtung der Natur her. Jeder Gegenstand strahlt Licht und Schatten selbst aus oder wirft Licht zurück. Er
reflektiert das Licht. Du kannst das zum Beispiel bei den Blättern im Wald beobachten, wenn die Sonne darauf scheint.
Wenn in einem abgedunkelten Kasten oder Raum Licht durch ein kleines Loch fällt, so müssen sich die Lichtstrahlen von allen Gegenständen außerhalb des Kastens an diesem kleinen Punkt kreuzen. Die Lichtstrahlen werden gebündelt. Danach, wenn sie durch das Loch durch sind, verteilen sich die Strahlen wieder und werfen auf die gegenüberliegende Innenwand ein scharfes Bild. Kopfüber und seitenverkehrt!
Aus dieser Beobachtung, die schon Aristoteles machte, wurde bereits im 13. Jahrhundert ein Apparat gebastelt, mit dem man die Sonnenfinsternis und Sonnenflecken beobachten konnte. Das war eine Art Guckkasten und hieß "Camera obscura". Die Sonnenbeobachtenden sahen nicht direkt in die Sonne sondern in den Guckkasten. Dort sahen sie eine Abbildung der Sonne - und zwar auf den Kopf gestellt und seitenverkehrt. Das war schonender für die Augen, als direkt in die Sonnenflecken zu blicken!
Aber der wichtigste Grund dafür war, dass sie so besser Abstand und Größe von Sonnenflecken und Himmelskörpern vermessen konnte. Sie hatten durch die "Camera obscura" den Sternenhimmel als
Lichtbild vor sich. Später verwendeten auch Maler und Malerinnen diese Technik, um richtige Maße zum Beispiel einer Landschaft oder einer Stadt zu erhalten. Das Loch wurde durch eine Linse ersetzt und ermöglichte so eine schärfere Abbildung. Am Apparat angebrachte Spiegel stellten das Bild auf die Beine und drehten die Seiten richtig um. Das Problem war nur: Das Lichtbild, dass so sichtbar wurde, konnte nicht festgehalten werden. Es wurde mit Hand und Zeichenstift abgezeichnet.
Um das Lichtbild zu speichern, brauchte es lichtempfindliches Material. Es wurde versucht, auf Holz, Stein oder Glas dauerhafte Eindrücke zu hinterlassen. So richtig gelang das erst im 19. Jahrhundert. Der französische Maler und Forscher Louis Jacques Mandé Daguerre projizierte die Lichtbilder auf mit Silber beschichtete Kupferplatten. Mit einer Quecksilberlösung entwickelt er die Fotos.
Später wurde mit Kameras fotografiert. Über ein Objektiv wird das Licht, das vom Gegenstand ausgesendet und reflektiert wird, auf die lichtempfindliche Schicht eines Films projiziert. Die Lichtempfindlichkeit des Films konnte erhöht und die Belichtungszeit gesenkt werden. Statt der Kupferplatten wurde Zelluloid verwendet. Auf diesem werden die
"Negative" entwickelt. Auf Fotopapier wird der Abzug, das "Positiv" entwickelt. Als höchste Bauform gilt die Spiegelreflexkamera.
Mitte der 30-er Jahre des 20. Jahrhunderts kamen erstmals Farbfilme auf den Markt. Ende der 1980-er Jahre wurden die ersten Digitalkameras verkauft. Die Technik der Digitalkamera ist sehr anders als die der analogen Fotografie. Bilder werden nicht mehr über ein optisch-chemisches Verfahren, sondern über
digitale Technik aufgenommen, gewandelt und berechnet.
Hast du schon mal fotografiert? Wusstest du, dass Fotos am Computer verändert werden können?
Auf dieser Seite der WU-Wien findest du eine umfangreiche Beschreibung zur Entstehung der Fotografie.
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