Oberösterreich

Oberösterreich

Bild: Oberösterreichisches Wappen
Bildquelle: wikipedia.org

Oberösterreich

Ein wenig Geografie zu Beginn:

Das Bundesland Oberösterreich wird traditionellerweise in vier Gebiete unterteilt: das Mühlviertel, das Hausruckviertel, das Traunviertel und das Innviertel. Im Westen hat Oberösterriech eine Staatsgrenze mit Deutschland und im Norden mit Tschechien. Das Mühlviertel liegt nördlich der Donau und grenzt im Norden an den Staat Tschechien. Das Mühlviertel ist ein hügeliges sowie waldreiches Gebiet und aus dem Getreideanbau läßt sich auch der Name Mühlviertel schließen, denn das Getreide muß ja erst gemahlen werden, bis du es als Mehl im Geschäft kaufen kannst. Durch den Wald gibt es viel Holz und das wird in den unzähligen Tischlereien des Mühlviertels verarbeitet.
Das Hausruckviertel ist ebenfalls ein fruchtbares Hügelland zwischen den beiden Flüssen Traun und Inn. Dort erheben sich die Rücken des Hausruck und des Kobernaußer Waldes, die im Alpenvorland die höchsten Berge aufweisen.
Das Innviertel grenzt im Westen an Deutschland und hier bilden der Inn und die Salzach eine natürliche Staatsgrenze. Das Innviertel wird durch seinen fruchtbaren Boden als Kornkammer Oberösterreichs bezeichnet.
Das Traunviertel liegt wieder zwischen zwei Flüssen: der Traun und der Enns. Es ist das größte Viertel Oberösterreichs und unterteilt in die Regionen Oberösterreichischer Zentralraum, Phyrn-Eisenwurzen und das Salzkammergut.
Der Zentralraum umfasst das Städteviereck Linz - Wels - Enns - Steyr. Das ist das wichtigste Industriegebiet Oberösterreichs. Etwa ein Drittel der EinwohnerInnen leben hier und jeder zweite bzw. jede zweite arbeitet hier. Im Zentralraum sind mehr als 1000 Betriebe angesiedelt.
Im Salzkammergut sind der Tourismus, die Wald - und Almwirtschaft sowie die Salz- und Wasserkraftgewinnung wichtige Wirtschaftszweige. Die Stadt Gmunden am Traunsee ist für seine Keramikerzeugung (Gmundner Geschirr) bekannt.

Die Landschaft Öberosterreichs ist deshalb so vielfältig, weil es teilweise im Granitbergland, im Alpenvorland, im Voralpenland und in den Alpen liegt.
Die vielen Seen, der Attersee, Hallstätter See, Mondsee, Traunsee, u.v.m machen das Land zu einem begehrten Sommerurlaubsziel und die nördlichen Kalkalpen mit dem höchsten Berg des Landes, dem Dachstein (2995 m) machen das Land als Wintersportgebiet attraktiv.

Die Landeshauptstadt:

Oberösterreich hat ungefähr 1,4 Millionen EinwohnerInnen, davon leben rund 190.000 in Linz. Damit ist Linz die drittgrößte Stadt Österreichs. Linz ist auch die Landeshauptstadt, das bedeutet hier ist der Sitz des Landestags, der Landesregierung und des Landeshauptmanns. Linz hat eine wunderschöne Altstadt mit barocken Häusern und Kirchen, und wird im Jahr 2009 europäische Kulturhauptstadt. Linz ist von jeher ein bedeutender Handelsplatz, durch seine Lage an der Donau gewesen. Heute ist Linz eine bedeutende Industriestadt mit der VOEST ALPINE STAHL (Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke) und der Chemiepark Linz (Stickstoffwerk). Linz hat sich als Kunststadt einen Namen gemacht. Das ARS ELECTRONICA CENTER (AEC) nennt sich auch Museum der Zukunft und das Gebäude alleine ist schon ein Blickfang. Ein Höhepunkt im Spätsommer ist die Linzer Klangwolke: die ARS ELECTRONICA, das Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft, veranstaltet gemeinsam mit dem Brucknerfest Konzerte mit visueller Begleitung. Der Hausberg der LinzerInnen ist der Pöstlingberg (537 m) mit der barocken Wallfahrtskirche, die auch das Wahrzeichen der Stadt ist. Vom Pöstlingberg kannst du an schönen Tagen bis nach Bayern sehen. Vor allem aber hast du einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt und das Linzer Becken. Die Aussichtsplattform ist auf einem ehemaligen Festungsturm errichtet. Dieser Turm gehört zu einem ehemaligen Fort ( = Befestigungsanlage), in dem heute eine Grottenbahn untergebracht ist. Auf den Pöstlingsberg gelangst du entweder zu Fuß über einen Kreuzweg oder mit der Pöstlingbergbahn.

Wirtschaft und Geschichte:

Schon die Römer errichteten auf dem Boden des heutigen Linz ein Soldatenlager namens Lentia, um sich vor den germanischen Volksstämmen im Norden zu schützen. Die Bezeichnung Lentia leitet sich wahrscheinlich vom keltischen Wort "lentos" für biegsam, gekrümmt ab. Die Siedlung war somit nach der Biegung der Donau benannt, an der sie sich befand. Das Gebiet südlich der Donau gehörte nämlich zum keltischen Königreich Noricum, bis 16 v.Chr. die Römer unter Augustus das Land friedlich besetzten und es zu einer Provinz des römischen Reiches wurde.Um 800 n.Chr. wird Linz erstmals urkundlich erwähnt. Durch die Lage am Schnittpunkt der wichtigen Landwege, nämlich der Salzstraße und der Wasserstraße Donau, wurde Linz bald zur bedeutenden Handelsstadt. Der Babenberger Herzog Leopold IV. konnte Linz im Jahre 1210 erwerben. Seit 1490 erlangte es als Teilfürstentum 'Österreich ob der Enns' eine gewisse Selbstständigkeit. Der Habsburger Kaiser Friedrich III. wählte die Stadt sogar als Residenzstadt aus und machte sie so von 1489 bis 1493 zum Mittelpunkt des Heiligen Römischen Reichs.1497 ließ Kaiser Maximilian I. die erste Brücke über die Donau bauen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Stadt barockisiert. Wesentlichen Anteil daran hatten neue Klostergründungen von Orden.1672 gründete Christian Sint die "Wollzeugfabrik", die erste Texilfabrik Österreichs. Im 18. Jahrhundert wurde diese verstaatlicht; zeitweise arbeiteten dort über 50.000 Menschen! So setzte in Linz früher als in allen anderen österreichischen Städten das industrielle Zeitalter ein. Die erste Bahn Österreichs war die Pferdeeisenbahn von Linz nach Budweis. Sie wurde im Jahr 1832 von Kaiser Franz Josef I. eröffnet. Bald darauf folgte die Gründung der Schiffswerft (1842) und der Tabakfabrik (1843).Während des zweiten Weltkriegs (1939 - 1945) ließen die Nationalsozialisten ein Stahl- und ein Stickstoffwerk (damals: Hermann - Göring - Werke, heute: VOEST ALPINE STAHL und CHEMIE PARK LINZ) bauen, um für den Krieg zu rüsten (Rüstungsindustrie).Die Johannes-Kepler-Universität, nach dem Astronomen Johannes Kepler benannt, besteht seit dem Jahr 1966; sie ist die Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.Linz erlebte in den vergangenen Jahren einen erheblichen Aufschwung als Kulturstadt, Kunststadt und Universitätsstadt. Für das Jahr 2009 wurde Linz von der UNESCO ja sogar zur europäischen Kulturhauptstadt erklärt!