Steiermark

Steiermark

Bild: Steirisches Wappen
Bildquelle: wikipedia.org

Steiermark

Ein wenig Geografie zu Beginn:

Das Bundesland Steiermark liegt im Südosten Österreichs und wird auch als Grüne Mark bezeichnet. Das Land ist reich an Wäldern, weshalb es hier auch die bedeutendste Holzproduktion gibt. Die Landschaft ist eine Gebirgslandschaft, nur in den Flusstälern gibt es größere Ebenen. Da das Land vor Millionen von Jahren vom Meer ( = Salzwasser) bedeckt war, gibt es auch Salzvorkommen. Der Sandling bei Altaussee enthält das größte Salzvorkommen Österreichs.

Die Steiermark wird in drei Teile unterteilt: in die Ost- und Weststeiermark im Süden sowie die Obersteiermark im Nordwesten.
Die Ost- und die Weststeiermark gehören beide zum Voralpenland, daher sind sie eher hügelig, und sie werden durch den größten Fluß der Steiermark, das ist die Mur, getrennt.

Die Landeshauptstadt:

Die Steiermark hat zirka 1,2 Millionen EinwohnerInnen und davon leben ungefähr 305.000 in Graz. Damit ist Graz die zweitgrößte Stadt Österreichs.
Graz ist die Landeshauptstadt, das bedeutet hier ist der Sitz des Landtags, der Landesregierung und des Landeshauptmanns. Durch die Mitte der Stadt fließt die Mur. Die Grazer Altstadt ist die am besten erhaltene Österreichs und wurde im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe erklärt. Viele schöne Parkanlagen begründen ihren Ruf als "Gartenstadt". Jährlich finden hier viele kulturelle Veranstaltungen (z.B. "steirischer herbst", das österreichische Filmfestival "diagonale",...) und etliche Ausstellungen und Messen statt. Graz ist eine Schul - und Universitätsstadt, denn es befinden sich hier vier Universitäten.
Der Schlossberg (473 m) ist ein frei stehender Dolomitfelsen, den du von überall gut zu sehen kannst. Oben steht der Uhrturm, das Wahrzeichen der Stadt. Er ist 28 m hoch und war ein Teil der Befestigungsanlage, wo die BewohnerInnen der Stadt bei Gefahren Zuflucht suchten. Im 16. Jahrhundert wurde der Turm umgebaut und erhielt 1569 die erste Uhr. Unterhalb des Turmes steht auf Pfeilern der "Steinerne Hund". Er erinnert daran, dass ein Hund den Raub von Kunigunde, der einzigen Tochter Kaiser Friedrich III., verhindert hat (1481).

Schon die Römer hatten an dieser Stelle ein Kastell gebaut. Die Slawen errichteten hier später eine kleine Burg und daher leitet sich der Name Graz vom slowenischen Gradec ab, denn auf slowenisch heißt Burg "grad " und die Nachsilbe "ec" steht für klein. Aus dieser kleinen Burg wurde später eine mächtige Befestigungsanlage. Im Jahr 1128 wird der Name Graz dann erstmals urkundlich erwähnt. Markgrafen aus dem Geschlecht der Traungauer und Babenberger machten den Ort zu einem wichtigen Handelsplatz. Später kam Graz in den Besitz der Habsburger und erhielt 1281 vom Habsburger Kaiser Rudolf I. besondere Privilegien. Im 14. Jahrhundert wurde Graz Habsburger - Residenz, das heißt, die Habsburger bewohnten die Burg und regierten von dort aus.
1586 wurde die erste Universität, die Karl-Franzens-Universität gegründet. Zu dieser Zeit prägten italienische Künstler und Baumeister das Bild der Stadt. Eine der bekanntesten Bauten ist das Landhaus, das im Renaissance-Stil erbaut wurde.
Im Jahr 1619 übersiedelte der ganze Hofstaat dann nach Wien. 1797 besetzte die französische Armee unter Napoleon Graz. 1809 konnte ein neuerlicher Angriff der Franzosen erfolgreich abgewehrt werden.
Eine wichtige Persönlichkeit für die SteirerInnen war damals Erzherzog Johann, denn seine Regentschaft zeichnete sich durch Volksnähe und seine moderne Einstellung zu Politik und Kultur aus. Er legte z.B. den Grundstein für das Joanneum, einen Vorläufer der technischen Universität.
Nach dem ersten Weltkrieg (1914 - 1918) wurde die Untersteiermark, der südliche Teil der Steiermark, mit der Stadt Marburg (slowenisch: Maribor) und Laibach (slowenisch: Ljubljana) an das damalige Jugoslawien und heutige Slowenien abgetreten.
Vor dem zweiten Weltkrieg (1939 - 1945) war Graz eines der aktivsten Zentren der österreichischen Nationalsozialisten. Bereits ein Monat vor dem Anschluss an das Deutsche Reich im März 1938 waren tausende Nationalsozialisten durch die Grazer Innenstadt gezogen, obwohl deren Partei unter dem austro-faschistischen Regime offiziell verboten war.

Wirtschaft und Geschichte:

Hier werden aufgrund des günstigen Klimas Getreide, Gemüse, Obst und Wein angebaut. Fast drei Viertel (75%) der österreichischen Obstbaufläche liegen hier. Davon sind zwei Drittel (66%) Apfelkulturen, ein Drittel (23%) entfallen auf Birnen, Beeren und Steinobst.
Die steirische Apfelstraße beginnt in der Nähe von Gleisdorf beim Blick zur Riegerburg und führt etwa 25 km weit durch das Obstbaugebiet.
Die steirische Burgen- und Schlössertraße wird durch eine geschlossene Reihe von Ruinen, Burgen und Schlössern gebildet. Sie sind Zeugen einer gefahrvollen Vergangenheit sowie von großem Besitz und Wohlstand: Schloss Herberstein, Riegersburg,... In Herberstein kannst du auch einen großen Tierpark mit über 600 Tieren besuchen.
Zum Baden bieten sich hier viele Thermen - und Heilbäder an: Loipersdorf, Bad Radkersburg, Blumau,...
Der Semmering, der die Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark bildet, erschien vor über 150 Jahren noch als unüberwindbares Verkehrshindernis. Kaiser Franz Josef I. ließ Karl Ritter von Ghega zwischen 1848 und 1854 die erste Hochgebirgsbahn der Welt ohne Zahnradantrieb erbauen. Die Bahn wurde sogar zum Weltkulturerbe erklärt. Der Bau war damals leider mit vielen menschlichen Opfern durch Unfälle und Krankheiten der ArbeiterInnen verbunden. Seit der Zeit ist der durchgehende Bahnverkehr zwischen Wien und dem Adriatischen Meer möglich. Der Semmering wurde zu einem beliebten Luftkurort der Wiener Aristokratie (= Adel), die sich hier prächtige Villen und Hotels bauen ließ.
Der Semmering ist nach wie vor, durch die Nähe zu Wien, ein beliebtes Tagesausflugsziel der WienerInnen: im Sommer zum Wandern und im Winter zum Ski oder Snowboard fahren. Mittlerweile wird am Semmering - Basistunnel gebaut, der bereits für den Autoverkehr geöffnet wurde.
In der Weststeiermark liegt der Ort Piber, wo du die berühmten Lipizzaner, die weißen Pferde der Wiener Hofreitschule, die hier gezüchtet werden, anschauen kannst. Diese Region ist auch im Sommer ein beliebtes Gebiet zum Wandern und im Winter zum Ski oder Snowboard fahren.
Die Obersteiermark ist der gebirgige Teil und liegt im Nordenwesten des Landes. Sie ist von der übrigen Steiermark durch das Steirische Randgebirge (Stubalpe, Gleinalpe, Hochalpe und Fischbacher Alpen) getrennt. Hier liegt auch der höchste Berg der Steiermark: die Hochwildstelle (2747 m). Der Erzberg liegt in den Eisenerzer Alpen, wo wahrscheinlich schon seit der Römerzeit Eisenerz abgebaut wird. Bis heute! Es gibt auch ein Schaubergwerk, wo du sehen kannst, wie Bergleute arbeiten.
Die Obersteiermark nimmt zwar über die Hälfte der Steiermark ein, beherbergt aber nur 32 % der steirischen Bevölkerung, die zum größten Teil im Bergbau- und Industriegebiet der Mur-Mürz-Furche wohnen.